Hörzentrum Oldenburg
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Richard Paluch erhält Stipendium der ISAAR 2017

Für die Studie Studie "Ethnographic research: The interrelation of spatial awareness, everyday life/laboratory environments and effects of hearing aids" erhält Richard Paluch das Stipendium der ISAAR 2017
 

Das Hören ist ein mehrdimensionaler Sachverhalt. Es wirkt sich auf den ganzen Körper aus und beeinflusst sowohl zwischenmenschliche Gespräche als auch die Balance und das Bewegungsverhalten von Menschen. Allerdings ist es immer noch eine offene Frage, ob und wie der Alltag durch den Einsatz moderner Hörgeräte mit komplexen Signalverarbeitungsoptionen beeinflusst wird.

Um diese Frage zu beantworten, beschäftigt sich Richard Paluch in der Studie Ethnographic research: The interrelation of spatial awareness, everyday life/laboratory environments and effects of hearing aids (Ethnographische Forschung: Der Zusammenhang von räumlichem Bewusstsein, Alltag/Laborumgebungen und Auswirkungen von Hörgeräten) des Exzellenzclusters Hearing4all mit der Thematik, wie moderne Hörgeräte das Verhalten von Hörgerätenutzern gestalten und wie dies wissenschaftlich erfasst werden kann. Mitbeteiligt an der Studie sind Melanie Krüger, Maartje Hendrikse, Giso Grimm, Volker Hohmann und Markus Meis.

Für die Studie, die im Hörzentrum Oldenburg erfolgt, wird ein multimethodologisches Forschungsdesign zugrunde gelegt. Die Forschungsarbeit von Paluch et al. beinhaltet sowohl qualitative als auch quantitative Analyseschritte. Hierdurch wird das Bewegungsverhalten von versorgten und unversorgten Probanden in verschiedenen Situationen untersucht und die Ergebnisse in Bezug zueinander gesetzt.

Zum einen wurde eine Rundgangsstudie durchgeführt, bei der das Verhalten im Straßenverkehr analysiert wurde. Zum anderen Gespräche in einem Restaurant beobachtet, anhand derer Konversationsformen kodiert wurden.

In dem geplanten zweiten Teil der Studie werden beide Situationen in einem avancierten Labor (sog. Gesture Lab, NeSSy, Universität Oldenburg) realistisch virtuell nachgebildet und die Annahmen der qualitativen Forschung getestet. Auf diese Weise werden nicht nur die Ergebnisse unter kontrollierten Bedingungen im Gesture Lab überprüft, sondern es wird ebenfalls herausgearbeitet, wie authentisch die technische Simulation des modernen Labors ist.

Für diese Forschungsarbeit erhielt Richard Paluch das Stipendium der ISAAR 2017. ISAAR steht für International Symposium on Auditory and Audiological Research (Internationales Symposium für auditive und audiologische Forschung). Es findet vom 23. Bis 25. August in Nyborg, Dänemark statt. Das Hauptthema des diesjährigen ISAAR Symposiums ist Adaptive Processes in Hearing (Adaptive Prozesse im Hören). Ziel ist dieses Thema aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Insofern werden aktuelle physiologische Konzepte, perzeptive Messverfahren und Modelle, elektrophysiologische und neurowissenschaftliche Verfahren sowie neue technische Anwendungen bzw. Implikationen für Hörgeräte miteinander ins Gespräch gebracht.

Das ISAAR Symposium ist früher unter dem Namen „Danavox Symposium“ bekannt gewesen. Die Danavox-Jubiläumsstiftung wurde 1968 anlässlich des 25-jährigen Jubiläums von GN Danavox gegründet. Ziel der Stiftung ist die Förderung der audiologischen Forschung und Entwicklung. Die Fonds werden von GN ReSound (ehemals GN Danavox) gespendet und werden von einem Vorstand geleitet, der aus wissenschaftlichen Experten besteht, die völlig unabhängig von GN ReSound sind.

Seit ihrer Gründung im Jahre 1968 wurden die Mittel der Stiftung zur Unterstützung einer Reihe von Symposien eingesetzt, bei denen eine Vielzahl herausragender Wissenschaftler aus aller Welt Vorträge gehalten, Plakate präsentiert und an Diskussionen zu verschiedenen audiologischen Themen teilgenommen haben.

Weitere Informationen finden Sie unter www.ISAAR.eu. Tagungsbandbeiträge von vergangenen Symposien finden Sie unter www.audiological-library.gnresound.dk und proceedings.isaar.eu

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