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Sozialministerin Rundt zu Gast im Haus des Hörens

Um sich über aktuelle Entwicklungen rund um das Neugeborenen-Hörscreening (NHS) zu informieren besuchte die Niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt am 14. Januar die Screening-Zentrale NHS-Nordwest im Haus des Hörens. In Anwesenheit von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann gab das Team der Screening-Zentrale Einblicke in die Praxis. Die Leiter des Hörzentrums Oldenburg, Hörforscher Prof Dr. Dr. Birger Kollmeier (Universität Oldenburg) und Chefarzt für Phoniatrie und Pädaudiologie Dr. Rüdiger Schönfeld (Evangelisches Krankenhaus Oldenburg) erläuterten medizinische Hintergründe und Notwendigkeit des NHS. „Für die Entwicklung von Kindern ist das Hörvermögen immens wichtig, besonders in den ersten Jahren. Die Therapie, ggf. auch eine Hörgeräteversorgung sowie die begleitende sprachliche Rehabilitation müssen so früh wie möglich erfolgen. Ein Neugeborenen-Hörscreening ist daher sehr sinnvoll“ betonte Rundt bei ihrem Besuch.

In Deutschland kommen zwei von Tausend Neugeborenen mit einer hochgradigen Schwerhörigkeit zur Welt. Eine Früherkennung dieser Schwerhörigkeit kann zu einer effektiven und frühzeitigen Versorgung entweder mit Hörgeräten oder mit einem Cochlea-Implant (Innenohrhörprothese) führen. Durch die apparative Versorgung, kombiniert mit einer sonderpädagogischen Betreuung kann die lautsprachliche und geistige Entwicklung dieser Kinder im hohen Maße verbessert bzw. sichergestellt werden. In vielen Fällen ist damit eine Entwicklung gewährleistet, die zum späteren Zeitpunkt eine Regelbeschulung möglich macht. Hierbei sind besonders die ersten Lebensmonate von entscheidender Bedeutung. Sollte eine angeborene Schwerhörigkeit erst später diagnostiziert werden, hat dies verhängnisvolle, negative Einflüsse auf die Entwicklung des Kindes, bezogen direkt auf die lautsprachliche Entwicklung, die geistige Entwicklung, die schulische und berufliche Ausbildung und damit die Sozialisation in unserer Gesellschaft. In zahlreichen europäischen Ländern und in Teilen der USA ist das Neugeborenen-Hörscreening mittlerweile standardisiert eingeführt.  In Deutschland haben Neugeborene seit 2009 einen gesetzlichen Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung auf Hörstörungen als Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung.


Die im Haus des Hörens ansässige Screening-Zentrale NHS-Nordwest stellt durch qualitätskontrollierende Folgemaßnahmen der als „auffällig“ getesteten Säuglinge die Ziele des NHS sicher. Dazu gehört neben einer technischen und wissenschaftlichen Unterstützung der am Hörscreening-Programm beteiligten Geburtskliniken und weiteren Einrichtungen vor allem das „Tracking“ von Kindern mit fehlenden oder auffälligen Untersuchungsergebnissen.    Dazu informiert die Hörscreening-Zentrale bei fehlenden Kontrollen die Eltern, um den Stand der Untersuchungen zu klären. Das Tracking wird so lange fortgeführt, bis es zu einem abschließenden Ergebnis kommt oder die Eltern eine weitere Kontaktaufnahme durch die Screening-Zentrale verweigern.

Bei Feststellung einer Schwerhörigkeit werden die Eltern und Kinder durch die nachfolgenden Maßnahmen (Hörgeräteversorgung, Frühförderung) begleitet und finden in der Screening-Zentrale einen Ansprechpartner. Darüber hinaus können jederzeit Informationen über das Telefon oder übers Internet abgerufen werden. Betroffene Eltern sind auch herzlich eingeladen, persönlich vorbeizukommen, um Fragen zu stellen, sich zu informieren und Ängste nehmen zu lassen.

 NHS Besuch Rundt

Niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt (2.v.l.) informiert sich bei der Screening-Zentrale NHS-Nordwest im Haus des Hörens über medizinische Hintergründe und Notwendigkeit des NHS Neugeborenen-Hörscreening. Im Vordergrund: Tanja Lux mit Janno beim Neugeborenen-Hörscreening mit Dr. Rüdiger Schönfeld (2.v.r.) und Prof.Dr. Dr. Birger Kollmeier (rechts).

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